Chronik

Schon in den 20er und 30er Jahren stand das Laienspiel in Niederscheld auf einem hohen Niveau. Es existierten drei Gesangvereine, in denen mehrere Mitglieder nicht nur den Gesang, sondern auch das Laienspiel liebten.

Auch trug die Tatsache des noch nicht so vollkommen ausgebauten Netzes der Massenmedien dazu bei, das Vereinsleben auf diese Weise zu bereichern und die langen Winterabende mit Theaterproben und Aufführungen zu verkürzen.

Diese Entwicklung wurde jedoch am 1. September 1939 durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges unterbrochen. Nach Beendigung des Krieges musste allerdings noch einmal ganz von vorne angefangen werden, da viele der damaligen Aktiven nicht mehr heimgekehrt waren. Das war auch der Grund dafür, dass nach 1945 nur noch ein Gesangverein und der Sportverein existierten.

Wieder begannen mehrere Mitglieder, Theater zu spielen, was aber in erster Linie zur Ausgestaltung ihrer internen Feiern beitrug.

So plätscherte das Wässerchen des Laienspiels dahin, bis sich einige Niederschelder am 27. Mai 1959 ein Herz nahmen und die "Laienspielgruppe 1959 Niederscheld" gründeten. Die Gründung fand im Lokal Trautschold statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Otto Orfgen gewählt.

Danach ging man sofort an die Arbeit. Das notwendige Geld wurde durch eine groß aufgezogene Werbekampagne beschafft.

Das erste Stück, das von der Laienspielgruppe aufgeführt wurde, hieß "Die Mutter ruft". Die Aufführung selbst war ein großer Erfolg und gab den Verantwortlichen und Akteuren großes Selbstbewusstsein.

Weitere Theaterstücke, auch solche, die durch das Fernsehen bekannt waren, folgten, wie z.B. "Wenn der Hahn kräht" , "Für die Katz'" und viele andere. Auch ernste Stücke wurden einstudiert, so u. a. das Drama "Der Strom". Es stellte sich aber heraus, dass unsere Zuschauer lieber lustige Stücke sehen wollten. Das ist ja auch nicht verwunderlich, denn der Alltag ist ernst genug.

So erspielte sich die Laienspielgruppe langsam aber sicher einen Stammplatz unter den Ortsvereinen, der heute nicht mehr wegzudenken ist.

Die Treue unseres Publikums und die stets steigende Mitgliederzahl hat es uns ermöglicht, in jeder Hinsicht auf einem festen Fundament zu stehen. Wir hoffen, dass dies weiter so bleibt.

1984 feierte die Laienspielgruppe ihren 25. Geburtstag mit einigen Festivitäten, sowie der Aufführung zweier Stücke. In den folgen Jahren konnte pro Jahr mindestens eine Komödie aufgeführt werden, die auch auf Tournee, bei bis zu fünf Auftritten im Dillkreis und im Kreis Marburg-Biedenkopf dem Publikum dargeboten werden konnte. Auch in Scheld war die Nachfrage so groß, dass das jeweilige Theaterstück zwei bis drei Mal aufgeführt wurde.

Seit Anfang 2005 ist auch immer wieder die neugegründete Jugendgruppe aktiv und kann zeigen, dass sie den „alten Hasen“ in nichts nachstehen.

Im Jahre 2009 konnten wir unser 50-jähriges Jubiläum mit mehreren Feierlichkeiten im Hustenbach, auf dem Schulhof und natürlich mit einem Theaterabend in der Gemeinschaftshalle gefeiert werden. Leider wurde das Theaterspielen in Niederscheld durch diverse Bau- und Sanierungsmaßnahmen in der Gemeinschaftshalle erschwert und kam zeitweise sogar zum Erliegen. Vom Februar 2010 bis Sommer 2012 wurde die Halle wegen Baumaßnahmen in Sachen Brandschutz gesperrt, und unsere schauspielerischen Tätigkeiten ruhten. Von Oktober 2015 bis September 2018 wurde die Gemeinschaftshalle wegen einer Dachsanierung geschlossen. In dieser Zeit konnten wir nur eine Aufführung unserer Jugendgruppe im evangelischen Gemeindezentrum durchführen.

Seit 2019 sind wir auch ein fester Bestandteil der Veranstaltung Pfarrsaal Helau.

Aber pünktlich zum Jubiläum wurde am 16. und 17. November wieder ein neues Stück, „Das falsche Fenster“, auf die modernisierte Bühne gebracht. Dort konnte auch unsere teilweise erneuerte Beleuchtung mit LED-Licht eingesetzt werden.

In diesem Sinne wünscht sich die Laienspielgruppe 1959 Niederscheld, dass Sie uns auch weiterhin treu bleiben und dass unser Freundeskreis sich vergrößert.